Sylvesterparty

von pudelfreund am 31.12.07 um 16:24

Allein oder mit Freunden - egal: Es lohnt sich immer, die Stunden bis zum Jahreswechsel mit lustigen Aktivitäten zu verkürzen. Wem Bleigießen zu gefährlich ist, der sollte vielleicht über ein kleines Tänzchen nachdenken.

Nachdem Daft Punk dieses Jahr mit dem Charttopper Stronger von Kayne West und dem gefeierten Live-Album Alive 2007 wieder sehr präsent war, hier mein Vorschlag:


Wem das zu Mainstream ist, dem empfehle ich die Choreografie von Decaptacon von Le Tigre - ganz offensichtlich die ursprüngliche Inspiration zum Daft Punk Video.


Das Meer in der FAZ

von sobchak am 25.10.06 um 12:00

Die FAZ hat uns entdeckt - als Podcast. Toll!

Meer Mehr in echt!

von sobchak am 22.09.06 um 19:07

Das Schöne ist: den Anrufbeantworter besprechen, eine Abwesenheitsnotiz einstellen, alle Zettel auf einen Haufen legen und - gehen.

Ich bin jetzt im Urlaub!

Nusschale auf dem Meer

von sobchak am 30.07.06 um 20:49

Statt Karten oder Lieder: Genau vor einem Jahr verschichte detail die SMS, mit der das Meer offiziell begann. Ein Jahr danach: eine Erinnerung und ein Ausblick


Wenn Sie vier gereimte oder ungereimte Gebilde, so genannte Gedichte, veröffentlicht haben oder eine Ziege naturnahe gezeichnet, erwarten Sie nicht, dass von nun an an Ihrem Geburtstag ein Oberbürgermeister bei Ihnen erscheint, schließlich betreiben ja auch Sie nur ein menschliches Werk. Erinnern Sie sich vielleicht lieber gelegentlich daran, dass man Schubert in seinem neunundzwanzigsten Lebensjahr nahe legte, sein Notenpapier ohne Linien zu kaufen und es selbst zu linieren, das fiele billiger aus
(…)
Die geistigen Dinge sind irreversibel, sie gehen den Weg weiter bis zu Ende, bis ans Ende der Nacht. Mit dem Rücken zur Wand, im Gram der Müdigkeiten, im Grau der Leere lesen Sie Hiob und Jeremias und halten aus. Formulieren Sie Ihre Thesen auf das rücksichtsloseste, denn Sie sind ur nach Maßgabe Ihrer Sätze vertreten, wenn die Epoche zur Rüste geht und dem Gesang ein Ende macht. Was Sie nicht aussprechen, ist nicht da. Sie machen sich Feinde, Sie werden allein sein, eine Nussschale auf dem Meer, eine Nussschale, aus der es klirrt mit fragwürdigen Lauten, klappert vor Kälte, zittert vor Ihren eigenen Schauern vor sich selber, aber geben Sie nicht SOS – erstens hört Sie keiner und zweitens wird Ihr Ende sanft sein nach soviel Fahrten.

Gottfried Benn: Altern als Problem für Künstler

Und hier doch noch ein kleines Geschenk: das wunderbare
Get Lonely vom neuen Album der Mountain Goates.

Am Meer Edition: Handbuch zum Erfolg

von pudelfreund am 28.07.06 um 22:56

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Ich bin spät dran mit meinem Wettbewerbsbeitrag. Ich gebe es zu. Jedoch: Die Ergebnisse sind wichtig, sonst nichts.

Wie erreichen wir, was wir wollen? Was ist der Schlüssel zum Erfolg? Antworten dazu liefert mein Lieblingsbuch „The Manual“, das leider ausverkauft ist und nur in einer geOCR-ten Version im Netz rumliegt. Ich habe mir die Mühe gemacht, euch den Text hübsch zusammenzupacken und gemeinsam mit einem kleinen Soundtrack zusammenzustellen.

Und darum geht’s: Wir schreiben das Jahr 1988. Als im Juni des Jahres die bis dahin unbekannte Gruppe The Timelords urplötzlich die UK-Charts stürmen, wird ein neues Zeitalter eingeläutet. Denn bis dahin war die Nummer 1 fest in den Händen der großen Musik-Labels. Ohne aufwändige Produktion, flächendeckende Distribution und intensive Kommunikation mit den Radiostationen und Clubs war es quasi unmöglich, von einer nennenswerten Anzahl britischer Musikkäufer wahrgenommen zu werden. Jimmy Caulty und Bill Drummond nehmen die Sache selbst in die Hand und schaffen das Unmögliche. Wenige Monate später veröffentlichen sie die faszinierende Dokumentation ihrer Erfolgsgeschichte als „Handbuch“.

Parallelen für einen ähnlich revolutionären Umbruch in der Musikbranche finden wir aktuell: Wir beobachten, dass im April 2006 Gnarls Barkley zum ersten Mal alleine durch verkaufte Downloads im Internet die Charts stürmen und schließlich 8 Wochen auf Platz 1 bleiben. Das Internet hilft auch Bands wie den Arctic  Monkeys oder Lily Allen, die über Web Communities wie MySpace.com eine enorme Popularität erreichen. Lily Allen führt seit zwei Wochen die UK-Charts mit ihrem Song „Smile“ an. Es wird wohl schon wieder Zeit, ein neues „Manual“ zu schreiben – nicht ohne das alte vorher zu lesen.

PDF oder leimgebundene Exemplare mit CD auf Anfrage. Ein Exemplar ist schon auf dem Weg nach München.

In eigener Sache

von sobchak am 03.04.06 um 09:36

Thomas Bernhard sagt: “Die Ergebnisse sind wichtig, sonst nichts.” Und wenn ich mir die Ergebnisse des kleinen Versuchs etwas mehr Bewegung ans Meer zu bringen, anschaue, dann würde ich sagen: Versuch nicht ganz geglückt. Die drei Beiträge zur Kategorie Mehr Meer sind schön und bestätigen mich auch, dass die Idee, mit dem Meer etwas Kreatives zu schaffen, funktionieren könnte. Aber vielleicht nicht in diesem Zusammenhang, Medium, Konstellation.

Das ist schade, aber auch Ansporn, über andere Zusammenhänge, Medien und Konstellationen nachzudenken. Das werde ich tun - und wer Ideen und Vorschläge hat: das Meer bleibt. Ich möchte hier weiter diskutieren, bookmarken, anmerken. Und dazu gibt es dann an diesem eher grauen Morgen auch eine farbige Nachricht: Unter Wer ist am Meer? kann man nachlesen: es gibt einen Neuzugang am Meer.

Zum ausgerufenen kleinen Wettbewerb: den vollziehe ich mit unverminderter Energie. Wir stimmen bis Ende dieser Woche (alle Stimmen bis 6. April 23:59 Uhr werden gezählt) darüber ab, welches Mehr-Meer-Posting am schönsten ist. Der GewinnerIn bestimmt das nächste Thema. Als Abstimmungsmodus schlage ich vor: die größte Anzahl der Kommentare unter einem Posting gewinnt. Mehrfach-Stimmen auch für eigene Postings sind erlaubt.

Weniger am Meer

von sobchak am 31.03.06 um 14:50

Herzlich willkommen auf unserer Erholungsanlage direkt am Meer. Wir freuen uns über Ihren Besuch und geben uns alle Mühe, Ihnen die Stunden und Wochen auf der Anlage so angenehm wie möglich zu gestalten. Wir weisen Sie hiermit daraufhin, dass es notwendig ist, den Aufenthalt im Erholungsbereich durch einige wenige Regeln zu gestalten. Niemand hier ist professioneller Gedankenleser, deshalb ist eine Strandordnung wichtig. Diese liegt in vollständiger Fassung im Haus des Gastes (Untere Strandpromenade 3a) zur Ansicht aus.

Es ist auch in Ihrem eigenen Interesse, diese Strandordnung einzuhalten. So können Sie mit Ihrem eigenen Verhalten zu einem großen Teil dazu beitragen, dass der Aufenthalt auf unserer Anlage Ihrer ganzen Familie in erholsamer Erinnerung bleiben wird.



§ I Kosten
Die Meer-ServiceCard ist eine einzigartige Vorteilskarte an der Küste. Als Ihre Kurkarte ermöglicht sie Ihnen viele Vergünstigungen in den teilnehmenden Orten (z.B. Eintritt ins Haus des Gastes) sowie freien Eintritt zu allen Stränden an der niedersächsischen Nordseeküste.
Für Saison-Service-Karten ist ein Lichtbild erforderlich. Beitragspflichtig sind alle Personen, die sich in anerkannten Gebieten (Erhebungsgebieten) aufhalten und denen die Möglichkeit zur Benutzung der Fremdenverkehrseinrichtungen geboten wird.

§ II Benutzung, Anmietung und Aufenthalt in und nahe bei den Strandkörben
Die Strandwärter sind nicht befugt, Gelder oder Sachleistungen in Empfang zu nehmen. Strandkörbe können nur gegen Vorlage einer gültigen Strandkorbkarte zugewiesen werden.
Eine Ausnahme hiervon gilt für die Vermietung von so genannten “Tageskörben”: Für die Tagesgäste steht ein besonderer Strandabschnitt unterhalb des Kurmittelhauses zur Verfügung. Die Korbvermietung erfolgt für diesen Bereich an der unteren Strandpromenade/Westfeld unterhalb “Graf Luckner”.

Zwischen den Strandkörben gibt es eine handtuchfreie Zone. Hier ist es fortan nicht mehr gestattet, sich mit Handtüchern oder zeltähnlichen Strandmuscheln auszubreiten.

§ III Abreise
Ein Besucher unserer Anlage ist natürlich frei in all seinen Entscheidungen. Einige Dinge tut er oder sie aber nicht, sonst muss er oder sie früher abreisen. Er oder sie benutzt nicht die Toilette, oder - schlimmer noch - das Waschbecken oder die Spüle, um sich der Abfälle (auch nicht der kleinsten) zu entledigen, sondern tut immer alles fein in den Müllbeutel, weil so eine Verstopfung der Rohrleitungen vermieden wird. Er oder sie stellt die Musik nicht auf volle Pulle und macht mitten in der Nacht keine störenden Geräusche.
Und wenn er oder sie dann genug hat vom Sehnsuchtsort Meer, dann fährt er oder sie nicht dann ab, wenn er/sie aufwacht, sondern möglichst vor 10 Uhr morgens, denn die Wohnung muss sauber gemacht werden, bevor sein Nachfolger kommt. Sehnsucht aus.

meerfüße

von detail am 31.03.06 um 11:36

leider schon viel zu lang her..
meerbeine.jpg
 

undmehrmeer

von stuntkite am 31.03.06 um 11:11

heute morgen.

Sehnsuchtsort Meer.

von ruby am 26.03.06 um 16:18

Fünfzehn Kilo zuviel, dachte er, als er auf der Rolltreppe stand, die ihn vom U-Bahnhof ins Licht des Tages hievte. Eigentlich sollte ich hochlaufen…. das wären 70 Kalorien, die ich allein durchs Treppensteigen loswürde. Aber seine Füße waren schwer, die Schuhe klebten an den Rillen der Rolltreppenstufen, der Aktenkoffer zog seine Schulter nach unten. Er fühlte sich schief. Ein achtlos weggespuckter Kaugummi hatte sich zwischen den Rolltreppenrillen verfangen. Ekelhaft, dachte er und hob den Blick. Dieser fiel auf das Hinterteil einer mittelalten Matrone, die zwei Stufen vor ihm stand. Wenn sie jetzt furzt, habe ich das direkt im Gesicht. Er seufzte und richtete seinen Blick weiter nach oben, auf den Ausgang des U-Bahn-Treppenhauses, dem er entgegenrollte.

Müde hingen die Märzwolken über der Betonfassade des Amtsgerichts. Mit einem großen Schritt verließ er die Rolltreppe und setzte seinen Weg in Richtung Büro fort. Vorbei an den vergilbten Vorhängen der Gerichtskantine, hinter denen eine Putzfrau Staub saugte. Vorbei an den verfilzten Immergrün-Büschen, zwischen denen Capri-Sonnen-Tüten verrotteten. Vorbei an der Leberkäs-Oase und am Sun-Fit-Sonnenstudio. In zweihundert Metern würde er links abbiegen, durch den Hof kreuzen, vorbei am neuen Jaguar XK des Managing Partners, vorbei am Porsche Cayenne des CFOs, vorbei am BMW X5 des Heads of Technical Services. Im hinteren Treppenhaus würde er mit dem Aufzug in den dritten Stock fahren, seinen PC anschalten, fünf Stunden auf den Montitor starren, bis seine Augen vor Trockenheit brannten, ein Gulasch in der Kantine essen, vier weitere Stunden ausharren, den Monitor ausschalten, vorbei am Jaguar XK, am Porsche Cayenne, am BMW X5, zurück zur U-Bahn-Rolltreppe, die ihn wieder unter die Erde befördern würde.

Was für ein Leben, dachte er. Sein Magen brannte. Zu viel Magensäure hatte der Arzt neulich gemeint. Eine Märzböe fuhr durch die Straße und trieb eine Plastiktüte vor sich her. Der Wind roch nach tauender Erde. Ganz anders als vor zwei, drei Wochen. Die schneidend kalte Winterluft hatte keine Gerüche in sich getragen, dachte er. Klar wie die Luft am Polarmeer war sie gewesen. Eis riecht nach nichts. Aber der Märzwind roch nach Frühling. Achtzig Meter vor der Hofeinfahrt zu seinem Bürohaus drehte er sich plötzlich nach links. Ein Schritt, noch ein Schritt. - - - Diese kleine Seitenstraße war er noch nie langgegangen. Aber seine Füße wussten bereits, dass sie nicht mehr umkehren würden.