Vanity Fair ist da. Das ist überraschend, wenn man sich auf der Internetseite von Vanity Fair nach dem Starttermin erkundigt: Danach soll es erst am 5. April losgehen. Allerdings ist hier der offenbar vom Magazin völlig unabhängige Internetauftritt gemeint. Kein Wort über den Magazinstart. Hier lautet die Devise offenbar online last.
Auf das Printprodukt springt die Zielgruppe der Besserverdienenden zumindest in Berlin am Potsdamer Platz gut an, denn schon gegen Mittag war das Magazin bei allen Zeitschriftenhändlern ausverkauft. "Ein Euro ist halt ein Schnäppchen - da ist die Qualität egal, die Leute kaufen das dann", erläuterte mir der sichtlich verstörte Zeitschriftenhändler. Mein Plan, es einfach im benachbarten Wedding im DB-Service-Kiosk vor dem Gesundbrunnencenter noch einmal zu versuchen, ging auf. Dort kommt offenbar die geistige und kulturelle Elite Deutschlands nicht so häufig vorbei - und Schnäppchenjäger in Wedding greifen auch bei einem Euro nicht zu Vanity Fair. Spiegel Online schreibt heute schon, dass ihm das Blatt nicht so gut gefällt. Aber die Kritik misst Vanity Fair auch und vor allem am vorher kommunizierten Anspruch - objektiv müsste man G+J den Stern eigentlich jede Woche in dieser Form um die Ohren hauen.
Man sollte dem Thema glaube ich noch ein wenig Zeit geben - ich zum Beispiel bin gespannt, wen Vanity Fair das nächste mal aufs Cover bringt, nachdem mit Till Schweiger der einzige in Deutschland relevante Star bei dieser Ausgabe schon verbraucht wurde. Chefredakteur Ulf Poschardt lädt außerdem dazu ein, mit Vorschlägen direkt per E-Mail auf ihn zuzukommen - erstaunlicherweise hat er sich für die E-Mail-Adresse posh@vanityfair.de entschieden. Naja, jeder wie er kann.